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Doz. Dr. Elif Ceren Yeşilkaya

Behandlung trockener Augen

Autorin: , Fachärztin für Augenheilkunde, Hornhaut- und refraktive Chirurgie

Veröffentlicht: · Zuletzt aktualisiert:

Ursachen trockener Augen, Tränentests, Auswahl von Tränenersatzmitteln, Lidrandhygiene, Punctum Plugs und Kontrolle vor einer Laseroperation.

Kurzantwort

Beim trockenen Auge wird zu wenig Tränenflüssigkeit gebildet oder sie verdunstet zu schnell. Dadurch reißt der Tränenfilm auf der Augenoberfläche auf, was Stechen, Brennen und schwankendes Sehen verursacht. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache; bei den meisten Patienten werden mehrere Methoden kombiniert.

Behandlung trockener Augen

Die Tränenflüssigkeit bildet einen dünnen Film, der sich bei jedem Lidschlag erneut auf der Vorderfläche des Auges verteilt. Die innere Muzinschicht sorgt dafür, dass die Tränenflüssigkeit auf der Oberfläche haftet. Die mittlere wässrige Schicht hält die Oberfläche feucht, während die äußere Fettschicht die Verdunstung verlangsamt. Beim trockenen Auge ist eine oder sind mehrere dieser Schichten gestört. Bei manchen Patienten produziert die Tränendrüse nicht genügend wässrige Tränenflüssigkeit. Häufiger geben die Talgdrüsen am Lidrand zu wenig Fett ab, sodass die Tränenflüssigkeit innerhalb weniger Sekunden verdunstet.

Die Beschwerden unterscheiden sich von Person zu Person: Brennen, Stechen, ein Gefühl wie Sand im Auge, Rötung, Lichtempfindlichkeit und zeitweise verschwommenes Sehen beim Lesen oder am Bildschirm. Wenn sich die verschwommene Sicht durch Blinzeln klärt, deutet dies darauf hin, dass der Tränenfilm schnell aufreißt.

Bei wem treten trockene Augen häufiger auf?

Menschen, die viele Stunden auf Bildschirme schauen, in klimatisierten und trockenen Räumen arbeiten oder Kontaktlinsen tragen, neigen eher zu trockenen Augen. Mit zunehmendem Alter nimmt die Tränenproduktion ab; hormonelle Veränderungen wie die Wechseljahre verstärken bei Frauen ebenfalls die Trockenheit. Zu den zugrunde liegenden Ursachen gehören rheumatische Erkrankungen wie das Sjögren-Syndrom und die rheumatoide Arthritis, ein unvollständiger Lidschluss sowie eine Lidrandentzündung (Blepharitis). Auch Medikamente wie Allergiemittel (Antihistaminika), bestimmte Antidepressiva und das zur Aknebehandlung eingesetzte Isotretinoin können die Tränenproduktion verringern. Nach Laser- und Augenlidoperationen treten ebenfalls häufig trockene Augen auf.

Warum brennen die Augen bei der Bildschirmarbeit?

Normalerweise blinzeln wir 15–20 Mal pro Minute. Wenn wir uns auf einen Bildschirm konzentrieren, sinkt diese Zahl deutlich. Zudem sind einige Lidschläge unvollständig: Das Lid öffnet sich wieder, bevor es das Auge vollständig geschlossen hat. Weil der Tränenfilm aufreißt, bevor er erneuert wird, treten gegen Ende des Tages Brennen und müde Augen auf.

Folgende Gewohnheiten verringern die Belastung Ihrer Augen durch den Bildschirm:

  • Schauen Sie alle 20 Minuten für 20 Sekunden etwa 6 Meter in die Ferne.
  • Stellen Sie den Bildschirm etwas unterhalb der Augenhöhe auf. Beim Blick nach unten bedecken die Lider einen größeren Teil des Auges.
  • Richten Sie den Luftstrom von Klimaanlagen oder der Autoheizung nicht auf Ihr Gesicht; verwenden Sie in trockenen Räumen einen Luftbefeuchter.
  • Schließen und öffnen Sie bei längerer Arbeit zwischendurch einige Male bewusst vollständig die Augen.

Was ist eine Meibomdrüsen-Dysfunktion?

Am oberen und unteren Lidrand befinden sich direkt hinter den Wimpern kleine Talgdrüsen, die Meibomdrüsen. Bei jedem Lidschlag verteilt sich aus diesen Drüsen eine dünne Fettschicht auf dem Tränenfilm. Wenn die Drüsenöffnungen verstopft sind oder das Sekret zähflüssiger wird, wird die Fettschicht dünner und die Tränenflüssigkeit verdunstet schnell. Dies ist eine häufige Ursache trockener Augen. Begleitend können gerötete Lidränder, Verkrustungen an den Wimpernansätzen und morgens verstärktes Brennen auftreten. Bei diesen Patienten reichen Tropfen allein nicht aus; auch die verstopften Drüsen müssen geöffnet werden.

Welche Tests werden bei der Untersuchung durchgeführt?

Zu Beginn der Untersuchung werden Sie gefragt, wann Ihre Beschwerden zunehmen, welche Medikamente Sie verwenden und wie viel Zeit Sie täglich am Bildschirm verbringen. Anschließend werden die Lidränder, Wimpern und die Augenoberfläche mit der Spaltlampe untersucht, einem beleuchteten Augenmikroskop.

  • Tränenfilmaufrisszeit: Ein orangefarbener Farbstoff namens Fluoreszein wird ins Auge getropft. Nach einem Lidschlag wird gemessen, nach wie vielen Sekunden die erste trockene Stelle im Tränenfilm entsteht; Werte unter 10 Sekunden zeigen, dass der Tränenfilm schnell aufreißt.
  • Schirmer-Test: Ein schmaler Papierstreifen wird in das Unterlid eingelegt. Die innerhalb von fünf Minuten befeuchtete Länge gibt Aufschluss über die Produktion wässriger Tränenflüssigkeit.
  • Untersuchung der Augenoberfläche mit Farbstoff: Fluoreszein oder Lissamingrün macht Schäden sichtbar, die durch Trockenheit an der Hornhaut und der Bindehaut entstanden sind. Die Bindehaut ist die dünne Schleimhaut, die den weißen Teil des Auges bedeckt.
  • Beurteilung der Meibomdrüsen: Durch leichten Druck auf den Lidrand wird geprüft, ob das Sekret klar und ölig oder dick und pastenartig ist. Bei Bedarf werden die Drüsen mittels Infrarotbildgebung (Meibographie) untersucht.

Diese Ergebnisse zeigen, von welcher Schicht die Trockenheit ausgeht. Die Behandlung wird entsprechend ausgewählt.

Wie werden trockene Augen behandelt?

Bei den meisten Patienten werden mehrere Methoden kombiniert. Der Behandlungsplan wird bei den Kontrolluntersuchungen angepasst.

Wie werden Tränenersatzmittel ausgewählt?

Tränenersatzmittel ersetzen vorübergehend die fehlende Tränenflüssigkeit. Drei Punkte sind bei der Auswahl entscheidend:

  • Konservierungsmittel: Wenn Sie häufiger als viermal täglich tropfen müssen, werden konservierungsmittelfreie Einzeldosisbehälter oder konservierungsmittelfreie Mehrdosisflaschen bevorzugt. Konservierungsmittel können bei häufiger Anwendung die Augenoberfläche reizen.
  • Konsistenz: Dünnflüssige Tropfen werden tagsüber angewendet, da sie die Sicht nicht beeinträchtigen. Gele und Salben halten die Augen länger feucht, verursachen jedoch für einige Minuten verschwommenes Sehen. Deshalb werden sie meist abends vor dem Schlafengehen angewendet.
  • Inhaltsstoffe: Bei Patienten mit einer beeinträchtigten Fettschicht, also einer Störung der Meibomdrüsen, können lipidhaltige Tropfen besser geeignet sein.

Lidrandhygiene und warme Kompressen

Um das zähe Sekret in den Drüsen aufzuweichen, werden für 5–10 Minuten warme Kompressen auf die Lider gelegt. Anschließend werden die Lider mit der Fingerspitze sanft in Richtung der Wimpernansätze massiert und die Lidränder mit einer dafür vorgesehenen Reinigungslösung oder einem Reinigungstuch gesäubert. Die Kompresse darf nicht so heiß sein, dass sie die Haut verbrennt. Die Wirkung dieser Routine zeigt sich bei regelmäßiger Anwendung; wird sie eingestellt, können die Beschwerden zurückkehren.

Entzündungshemmende Augentropfen

Bei länger anhaltender Trockenheit entwickelt sich auf der Augenoberfläche eine chronische Entzündung, die die Tränenproduktion weiter beeinträchtigt. Verschreibungspflichtige Tropfen wie Ciclosporin oder Lifitegrast sollen diesen Kreislauf unterbrechen. Ihre Wirkung entwickelt sich allmählich; zu Beginn der Anwendung können sie Brennen verursachen.

Punctum Plugs

Das Tränenpünktchen ist eine kleine Öffnung am inneren Rand des Ober- und Unterlids, durch die die Tränenflüssigkeit zur Nase abfließt. Wird diese Öffnung mit einem kleinen Stöpsel aus Silikon oder sich allmählich auflösendem Kollagen verschlossen, bleibt die Tränenflüssigkeit länger auf der Augenoberfläche. Ein solcher Verschluss hilft vor allem Patienten, die zu wenig wässrige Tränenflüssigkeit produzieren. Der Stöpsel kann von selbst herausfallen, den inneren Augenwinkel reizen oder tränende Augen verursachen; bei Bedarf wird er entfernt. Liegt eine aktive Lidrandentzündung vor, wird diese zuerst behandelt, da der Verschluss auch entzündlich veränderte Tränenflüssigkeit auf der Oberfläche zurückhält.

IPL und thermische Pulsation

Bei einer Meibomdrüsen-Dysfunktion kann intensiv gepulstes Licht (IPL) eingesetzt werden. Die Augen werden mit Schutzschalen abgedeckt, und das Licht wird auf die Haut der Unterlider und Wangen gerichtet. Ziel ist es, die Entzündung am Lidrand zu verringern und die Sekretabgabe der Drüsen zu erleichtern; die Behandlung wird in Sitzungen im Abstand von einigen Wochen geplant. Zum gleichen Zweck werden Geräte zur thermischen Pulsation eingesetzt, die die Lider von innen erwärmen und kontrollierten Druck auf die Drüsen ausüben.

Trockene Augen vor und nach einer Laseroperation

Bei Patienten, die eine Augenlaseroperation planen, wird eine bestehende Augentrockenheit aus zwei Gründen zuerst behandelt. Ein unregelmäßiger Tränenfilm verfälscht Messungen wie die Hornhauttopographie und kann den berechneten Korrekturwert beeinflussen. Außerdem verstärkt sich eine bereits vor der Operation bestehende Trockenheit nach dem Eingriff.

Bei LASIK wird ein dünner Flap angelegt, eine dünne Gewebeschicht, die von der Hornhautoberfläche angehoben wird. Dabei wird auch ein Teil der sensiblen Nerven an der Oberfläche durchtrennt. Da diese Nerven den Lidschlag und die Tränensekretion anregen, tritt nach der Operation häufig Trockenheit auf. Bei SMILE ist der Schnitt kleiner, sodass die Nerven weniger beeinträchtigt werden. Bei der Voruntersuchung zur Laseroperation werden die Tränentests zusammen mit der Topographie und der Messung der Hornhautdicke beurteilt. Bei ausgeprägter Trockenheit werden die Messungen nach deren Behandlung wiederholt. Doz. Dr. Elif Ceren Yeşilkaya entscheidet anhand dieser Ergebnisse, welche Methode geeignet ist.

Wann sollten Sie sich unverzüglich untersuchen lassen?

Beschwerden durch trockene Augen entwickeln sich meist langsam. Wenn Sie starke oder zunehmende Augenschmerzen, einen plötzlichen Sehverlust, eine deutliche Rötung, eine ausgeprägte Lichtscheu oder eitrigen Ausfluss bemerken, sollten Sie dies nicht auf Trockenheit zurückführen und abwarten. Dahinter kann eine Erkrankung wie eine Hornhautinfektion stecken, die dringend behandelt werden muss. Wenn Sie Kontaktlinsen tragen, nehmen Sie diese heraus und lassen Sie Ihre Augen noch am selben Tag untersuchen.

Die Abklärung trockener Augen erfolgt in der Augenambulanz des Medicana Zincirlikuyu (Şişli, İstanbul). Bringen Sie die Verpackungen Ihrer Augentropfen und eine Liste der Medikamente mit, die Sie regelmäßig einnehmen. Damit die Tests aussagekräftige Ergebnisse liefern, werden Sie möglicherweise gebeten, einige Stunden vor der Untersuchung keine Tropfen anzuwenden. Darüber werden Sie bei der Terminvereinbarung informiert.

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Häufige Fragen

  • Mein Auge tränt ständig. Kann es trotzdem ein trockenes Auge sein?

    Ja. Wenn die trockene Augenoberfläche gereizt wird, schüttet die Tränendrüse reflexartig reichlich wässrige Tränenflüssigkeit aus. Da dieser die Fettschicht fehlt, bleibt sie nicht auf der Oberfläche haften und läuft über die Wange ab. Bei der Untersuchung wird geklärt, ob das Tränen durch Trockenheit oder einen Verschluss der Tränenwege verursacht wird.

  • Wie oft am Tag darf ich Tränenersatzmittel anwenden?

    Konservierungsmittelfreie Tropfen können Sie tagsüber nach Bedarf anwenden. Bei Tropfen mit Konservierungsmitteln kann eine Anwendung von mehr als viermal täglich die Augenoberfläche reizen. Wenn Sie häufiger tropfen müssen, wird auf ein konservierungsmittelfreies Präparat umgestellt. Halten die Beschwerden trotz der Tropfen an, wird die zugrunde liegende Ursache erneut untersucht.

  • Spüre ich etwas beim Einsetzen eines Punctum Plugs?

    Das Einsetzen erfolgt auf dem Untersuchungsstuhl. Dabei können Sie kurz einen Druck spüren. Nach dem Einsetzen kann am inneren Augenwinkel ein leichtes Fremdkörpergefühl auftreten. Wenn der Verschluss Beschwerden oder tränende Augen verursacht, kann er entfernt werden.

  • Stehen trockene Augen einer Laseroperation entgegen?

    Eine leichte Augentrockenheit, die durch die Behandlung unter Kontrolle ist, stellt häufig kein Hindernis dar. Zunächst wird die Trockenheit behandelt, anschließend werden die Hornhautmessungen wiederholt. Bei stark ausgeprägter Augentrockenheit kann eine andere Methode gewählt oder von einer Laseroperation abgeraten werden. Diese Entscheidung richtet sich nach den Untersuchungsergebnissen.

  • Wie lange bleibt das Auge nach einer Laseroperation trocken?

    Leichte Trockenheit und Lichtempfindlichkeit treten nach einer Laseroperation häufig auf. Der Verlauf hängt von der Methode und der jeweiligen Person ab und wird bei der Untersuchung und im Gespräch vor der Operation ausführlich besprochen. Bei diesen Beschwerden werden konservierungsmittelfreie Tränenersatzmittel verwendet; anhaltende Trockenheit wird gesondert behandelt.

  • Helfen Omega-3-Präparate bei trockenen Augen?

    Bei manchen Patienten können sie zur Qualität des Tränenfilms beitragen, allerdings sind die Studienergebnisse dazu uneinheitlich. Deshalb ersetzen sie weder Augentropfen noch Lidpflege, sondern werden ergänzend eingesetzt. Wenn Sie blutverdünnende Medikamente einnehmen, sprechen Sie vor Beginn der Einnahme mit Ihrem Arzt.

  • Können trockene Augen vollständig verschwinden?

    Das hängt von der Ursache ab. Trockenheit im Zusammenhang mit Klimaanlagen, langer Bildschirmzeit oder einem Medikament kann deutlich zurückgehen, wenn der auslösende Faktor verringert wird. Bei Ursachen wie einer Meibomdrüsen-Dysfunktion oder dem Sjögren-Syndrom ist dagegen eine dauerhafte Pflege erforderlich. Wird die Lidrandhygiene eingestellt, können die Beschwerden zurückkehren.

  • Welche Tropfen sollte ich beim Tragen von Kontaktlinsen verwenden?

    Verwenden Sie Tropfen, die laut Verpackung für die Anwendung mit Kontaktlinsen geeignet sind, vorzugsweise ohne Konservierungsmittel. Gele und Salben werden nicht bei eingesetzten Kontaktlinsen angewendet. Wenn Sie Ihre Linsen wegen der Trockenheit nur kürzer tragen können, kann das Linsenmaterial oder der Linsentyp gewechselt werden.

Doz. Dr. Elif Ceren Yeşilkaya
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