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Doz. Dr. Elif Ceren Yeşilkaya

Intraokularlinsen: Multifokal, Trifokal und EDOF

Autorin: , Fachärztin für Augenheilkunde, Hornhaut- und refraktive Chirurgie

Veröffentlicht: · Zuletzt aktualisiert:

Unterschiede zwischen monofokalen, multifokalen, trifokalen, EDOF- und torischen Linsen, Linsenauswahl und refraktiver Linsenaustausch ohne Katarakt.

Kurzantwort

Als intelligente Linse bezeichnet man eine Intraokularlinse, die bei einer Kataraktoperation oder einem refraktiven Linsenaustausch die natürliche Linse ersetzt und scharfes Sehen in mehreren Entfernungen ermöglichen soll. Dazu gehören multifokale, trifokale und EDOF-Linsen.

Intraokularlinsen: Multifokal, Trifokal und EDOF

Was bedeutet intelligente Linse?

Die natürliche Augenlinse verändert beim Blick in die Nähe und in die Ferne ihre Form und stellt dadurch scharf. Ab Mitte der 40er nimmt diese Elastizität ab, und eine Lesebrille wird erforderlich. Trübt sich die Linse im weiteren Lebensverlauf ein, entsteht eine Katarakt. Bei einer Linsenoperation wird die natürliche Linse entfernt und durch eine künstliche Linse ersetzt.

Als intelligente Linsen werden umgangssprachlich multifokale, trifokale und EDOF-Linsen bezeichnet, die scharfes Sehen in mehreren Entfernungen ermöglichen sollen. Die Operationstechnik entspricht der einer Kataraktoperation. Der Unterschied liegt in der optischen Gestaltung der eingesetzten Linse.

Diese Operation kommt für zwei Gruppen infrage. Zur ersten gehören Menschen mit Katarakt. Zur zweiten gehören Menschen ohne Katarakt, die weniger auf eine Brille angewiesen sein möchten, meist älter als 45 sind und Schwierigkeiten beim Sehen in der Nähe haben. Bei dieser Gruppe wird der Eingriff als refraktiver Linsenaustausch bezeichnet.

Linsentypen: Welche Linse ermöglicht scharfes Sehen in welcher Entfernung?

Monofokale Linse

Sie stellt auf eine einzige Entfernung scharf, meist auf die Ferne. Das Sehen in der Ferne ist scharf, und nachts entstehen keine ausgeprägten Lichthöfe um Lichtquellen. Zum Lesen und häufig auch für die Arbeit am Computer ist eine Brille erforderlich. Bei manchen Patienten wird ein Auge auf die Ferne und das andere auf die Nähe eingestellt (Monovision). Dies kann den Brillenbedarf verringern. Da sich jedoch nicht jeder daran gewöhnt, wird diese Einstellung in der Regel zuvor mit Kontaktlinsen erprobt.

Multifokale (bifokale) Linse

Sie verteilt das Licht auf zwei Brennpunkte, einen für die Ferne und einen für die Nähe. Sie ermöglicht das Lesen und das Sehen in der Ferne; mittlere Entfernungen, etwa zum Computerbildschirm, können jedoch unscharf bleiben. Da das einfallende Licht auf zwei Brennpunkte verteilt wird, können Lichtstreuung und nächtliche Blendung auftreten.

Trifokale Linse

Zusätzlich zu den Brennpunkten für Ferne und Nähe besitzt sie einen dritten Brennpunkt für mittlere Entfernungen. Sie kommt besonders für Menschen infrage, die auf Armlänge scharf sehen müssen, etwa am Computer, am Tablet oder beim Blick auf das Armaturenbrett. Bei den meisten Alltagstätigkeiten verringert sie den Brillenbedarf erheblich. Lichtreflexe und Blendung können auftreten; bei den meisten Patienten nehmen diese Beschwerden ab.

EDOF-Linse (erweiterte Schärfentiefe)

Eine EDOF-Linse erweitert den Fokus zu einem durchgehenden Bereich von der Ferne bis zur mittleren Entfernung. Sie ermöglicht ein natürlicheres Sehen in der Ferne und im Zwischenbereich und verursacht weniger Lichthöfe und Blendung als multifokale und trifokale Linsen. Das Sehen in der Nähe kann im Vergleich zu diesen Linsen etwas schwächer ausfallen. Für kleine Schrift kann eine Lesebrille erforderlich sein.

Torische Linse

Sie korrigiert den Astigmatismus der Hornhaut. Monofokale, multifokale, trifokale und EDOF-Linsen sind auch als torische Modelle erhältlich. Eine torische Linse muss im Auge im richtigen Winkel ausgerichtet sein. Dieser Winkel wird vor der Operation anhand der Hornhautmessungen bestimmt. Während des Eingriffs wird die Linse entsprechend ausgerichtet.

Was bestimmt die Linsenauswahl?

Zwei Gruppen von Fragen werden gemeinsam betrachtet. Die erste betrifft Ihren Alltag:

  • Verbringen Sie den größten Teil Ihres Tages am Bildschirm, mit Lesen oder beim Autofahren?
  • Fahren Sie häufig nachts Auto?
  • Würde es Sie stören, zum Lesen kleiner Schrift eine Brille zu tragen?

Die zweite betrifft die Gesundheit Ihres Auges. Erkrankungen der Netzhautmitte (Makula), ein fortgeschrittenes Glaukom, eine unregelmäßige Hornhaut oder eine frühere Laseroperation können die mit multifokalen und trifokalen Linsen zu erwartende Sehqualität beeinträchtigen. Bei diesen Augen kann eine EDOF-Linse oder eine monofokale Linse geeigneter sein.

Doz. Dr. Elif Ceren Yeşilkaya bewertet bei der Untersuchung im Medicana Zincirlikuyu (Şişli, Istanbul) Ihre Antworten gemeinsam mit den Messergebnissen und bespricht vorab, für welche Tätigkeiten Sie bei den jeweiligen Linsen möglicherweise eine Brille benötigen.

Messungen vor der Operation

  • Optische Biometrie: Die Achslänge des Auges und die Hornhautkrümmung werden gemessen. Aus diesen Werten wird die Linsenstärke berechnet. Eine kleine Messabweichung kann zu einer verbleibenden Fehlsichtigkeit nach der Operation führen.
  • Hornhauttopografie: Sie zeigt Stärke und Achse des Astigmatismus sowie die Regelmäßigkeit der Hornhaut. Anhand dieser Messung wird entschieden, ob eine torische Linse erforderlich ist.
  • Makula-OCT: Diese Untersuchung stellt die Netzhautmitte in Schnittbildern dar. Sie kann Veränderungen zeigen, die bei der klinischen Untersuchung nicht auffallen.
  • Beurteilung des Tränenfilms: Ein trockenes Auge verfälscht die Hornhautmessungen. Falls erforderlich, wird zunächst die Trockenheit behandelt und anschließend werden die Messungen wiederholt.
  • Augeninnendruckmessung und Netzhautuntersuchung: Glaukom und Netzhauterkrankungen beeinflussen die Linsenauswahl unmittelbar.

Wenn Sie Kontaktlinsen tragen, werden Sie gebeten, diese bereits einige Zeit vor den Messungen herauszunehmen, damit die tatsächliche Form der Hornhaut erfasst werden kann.

Keine Katarakt: refraktiver Linsenaustausch

Auch bei einem Auge ohne Katarakt kann die klare natürliche Linse mit derselben Technik entfernt und durch eine multifokale Linse oder eine EDOF-Linse ersetzt werden. Dies wird in der Regel Menschen ab 45 empfohlen, die bereits eine Lesebrille benötigen und zusätzlich eine Fehlsichtigkeit in der Ferne haben. Da die natürliche Linse entfernt wird, kann sich in diesem Auge später keine Katarakt mehr entwickeln.

Bei jüngeren Menschen, deren Nahsehen noch nicht nachgelassen hat, werden zunächst Verfahren besprochen, die die natürliche Linse erhalten, also eine Laserbehandlung oder eine phake Intraokularlinse. Bei hoher Kurzsichtigkeit kann das Risiko einer Netzhautablösung nach einem Linsenaustausch erhöht sein. Deshalb wird vor der Operation die Netzhautperipherie sorgfältig untersucht.

Die Operation und was Sie danach beachten sollten

Die natürliche Linse wird mithilfe von Ultraschallenergie zerkleinert und durch einen kleinen Schnitt entfernt (Phakoemulsifikation). Die faltbare künstliche Linse wird durch denselben Schnitt eingesetzt. Die beiden Augen werden in der Regel an unterschiedlichen Tagen operiert.

Nach der Operation können ein Fremdkörpergefühl, verschwommenes Sehen, Tränenfluss und Lichtreflexe auftreten. Wenn das Gehirn lernt, die Bilder der neuen Linse zu verarbeiten, werden Lichthöfe um nächtliche Lichtquellen weniger wahrgenommen. Der Heilungsverlauf ist individuell. Ihre Rückkehr in den Alltag wird bei der Untersuchung und im Gespräch vor der Operation ausführlich besprochen.

Wenden Sie die antibiotischen und kortisonhaltigen Augentropfen wie verordnet an. Reiben Sie Ihr Auge nicht, achten Sie zum Schutz vor Infektionen auf die Hygiene von Händen und Gesicht und nehmen Sie die Kontrolltermine wahr.

Nächtliche Lichtquellen, Lichthöfe und weitere Risiken

  • Lichthöfe und Blendung: Bei multifokalen und trifokalen Linsen sind sie stärker ausgeprägt, bei EDOF-Linsen geringer. Bei den meisten Patienten nehmen sie ab.
  • Kontrastverlust: Bei schwachem Licht kann das Erkennen von Einzelheiten etwas schwieriger sein als mit einer monofokalen Linse.
  • Verbleibende Fehlsichtigkeit: Bleibt eine geringe Fehlsichtigkeit bestehen, kann sie mit einer Brille oder einer Laserbehandlung korrigiert werden.
  • Drehung der torischen Linse: Dreht sich die Linse aus ihrer vorgesehenen Achse, wird sie neu ausgerichtet.
  • Hintere Kapseltrübung: Die Kapsel, die die Linse trägt, kann sich Monate oder Jahre später eintrüben. Mit einer YAG-Laserbehandlung wird eine Öffnung in der getrübten Kapsel geschaffen.
  • Infektion, erhöhter Augeninnendruck, Makulaödem und Netzhautablösung: Dies sind seltene, aber schwerwiegende Komplikationen.

Wenn Lichthöfe und Blendung trotz Gewöhnung den Alltag weiterhin erheblich beeinträchtigen, kann ein Austausch der Linse besprochen werden. Bei plötzlichem Sehverlust, zunehmenden Schmerzen oder deutlicher Rötung suchen Sie unverzüglich ärztliche Hilfe auf, ohne den nächsten Kontrolltermin abzuwarten.

Bringen Sie zur Untersuchung Ihre früheren Brillenverordnungen mit. Falls Sie bereits eine Augenlaseroperation hatten, bringen Sie auch die Unterlagen dieses Eingriffs mit. Die Werte vor der Laserbehandlung helfen dabei, die Linsenstärke genau zu berechnen.

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Häufige Fragen

  • Kann ich mit einer intelligenten Linse vollständig auf eine Brille verzichten?

    Mit einer trifokalen Linse lassen sich die meisten Alltagstätigkeiten ohne Brille erledigen. Bei einer EDOF-Linse kann für kleine Schrift eine Lesebrille erforderlich sein. Auch die Gesundheit des Auges und eine nach der Operation verbleibende Fehlsichtigkeit beeinflussen das Ergebnis. Bei der Untersuchung wird besprochen, für welche Tätigkeiten Sie möglicherweise eine Brille benötigen.

  • Sollte ich eine trifokale Linse oder eine EDOF-Linse wählen?

    Für Menschen, die viel lesen und auch im Nahbereich keine Brille tragen möchten, kommt besonders eine trifokale Linse infrage. Für Menschen, die häufig nachts Auto fahren, empfindlich auf Lichthöfe reagieren oder deren Augenzustand gegen eine multifokale Linse spricht, kann eine EDOF-Linse geeigneter sein. Die Entscheidung berücksichtigt sowohl die Messwerte als auch Ihre Alltagsgewohnheiten.

  • Ich habe Astigmatismus. Kann mir eine intelligente Linse eingesetzt werden?

    Ja. Multifokale, trifokale und EDOF-Linsen sind auch als torische Modelle erhältlich, die zusätzlich den Astigmatismus korrigieren. Stärke und Achse des Astigmatismus werden durch Hornhautmessungen bestimmt.

  • Verschleißt die eingesetzte Linse oder muss sie ausgetauscht werden?

    Die Intraokularlinse bleibt lebenslang im Auge und benötigt keine Pflege. Wenn das Sehen Jahre später wieder verschwommen wird, liegt dies meist an einer Eintrübung der Kapsel, die die Linse trägt. Diese lässt sich mit einer YAG-Laserbehandlung beseitigen.

  • Ich hatte bereits eine Augenlaseroperation. Kann mir eine intelligente Linse eingesetzt werden?

    Das ist möglich. Da die Laserbehandlung jedoch die Form der Hornhaut verändert hat, ist die Berechnung der Linsenstärke anspruchsvoller. Auch die Regelmäßigkeit der Hornhaut beeinflusst die Eignung für multifokale und trifokale Linsen. Bringen Sie vorhandene Unterlagen Ihrer früheren Laserbehandlung zur Untersuchung mit.

  • Werden beide Augen am selben Tag operiert?

    In der Regel werden die beiden Augen an unterschiedlichen Tagen operiert. Der Termin für das zweite Auge wird unter Berücksichtigung der Heilung des ersten Auges geplant.

  • Werde ich beim nächtlichen Autofahren Schwierigkeiten haben?

    Bei multifokalen und trifokalen Linsen können Lichthöfe und Blendung um Scheinwerfer auftreten. Diese Beschwerden nehmen bei den meisten Patienten ab. Wenn Sie häufig nachts Auto fahren, sprechen Sie dies bei der Untersuchung an, damit es bei der Linsenauswahl berücksichtigt wird.

  • Für wen kommt ein refraktiver Linsenaustausch infrage?

    Er kommt für Menschen ohne Katarakt infrage, die in der Regel älter als 45 sind, bereits eine Lesebrille benötigen und zusätzlich eine Fehlsichtigkeit in der Ferne haben. Bei jüngeren Menschen werden zunächst Verfahren geprüft, die die natürliche Linse erhalten, etwa eine Laserbehandlung oder eine phake Intraokularlinse.

Doz. Dr. Elif Ceren Yeşilkaya
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