Keratokonus-Behandlung
Autorin: Doz. Dr. Elif Ceren Yeşilkaya, Fachärztin für Augenheilkunde, Hornhaut- und refraktive Chirurgie
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Keratokonus beginnt meist in der Pubertät. Verlaufskontrolle mit Topografie, CXL, formstabile und sklerale Linsen, Hornhautringe und Hornhauttransplantation.
Kurzantwort
Keratokonus ist eine fortschreitende Erkrankung, die meist in der Pubertät beginnt. Dabei wird die Hornhaut dünner und wölbt sich kegelförmig nach vorne. Die Behandlung zielt darauf ab, das Fortschreiten durch Hornhautvernetzung (Crosslinking, CXL) aufzuhalten und das Sehen mit einer Brille, speziellen Kontaktlinsen, Hornhautringsegmenten oder im fortgeschrittenen Stadium einer Hornhauttransplantation zu verbessern.
Warum nimmt die Hornhaut eine Kegelform an?
Die Hornhaut ist die durchsichtige, kuppelförmige Schicht ganz vorne am Auge. Sie ist die erste Fläche, die das ins Auge eintretende Licht bricht. Bei Keratokonus wird das Hornhautgewebe schwächer, die Hornhaut wird dünner und wölbt sich kegelförmig nach vorne. Da ihre Oberfläche unregelmäßig wird, kann das Licht nicht mehr richtig auf der Netzhaut gebündelt werden. Das Bild erscheint verschwommen, wellig, mit Schattenbildern oder verzerrt.
Die Erkrankung betrifft meist beide Augen, kann jedoch an einem Auge weiter fortgeschritten sein als am anderen. Keratokonus in der Familie, allergische Augenerkrankungen und häufiges Augenreiben erhöhen das Risiko.
Beginn in der Pubertät: Auf welche Anzeichen sollten Sie achten?
Keratokonus beginnt meist in der Pubertät und kann im jungen Lebensalter fortschreiten. Bei einem frühen Beginn neigt die Erkrankung dazu, schneller fortzuschreiten. Deshalb werden Kinder und Jugendliche häufiger kontrolliert.
- Verschwommenes und welliges Sehen
- Keine vollständige Sehschärfe trotz Brille
- Häufige Veränderungen der Brillenwerte, insbesondere des Astigmatismus
- Lichtempfindlichkeit, Lichthöfe und Schatten um Lichtquellen bei Nacht
- Häufiges Augenreiben
Bei Jugendlichen, deren Brillenwerte sich bei jeder Untersuchung ändern oder die mit einer Brille nicht scharf sehen können, sollte die Hornhaut mittels Topografie untersucht werden.
Warum ist es der erste Schritt, das Augenreiben zu vermeiden?
Häufiges und kräftiges Reiben belastet die bereits geschwächte Hornhaut mechanisch und trägt zum Fortschreiten der Erkrankung bei. Hinter dem Juckreiz steckt häufig eine Allergie. Wird die Allergie mit Augentropfen unter Kontrolle gebracht, lässt auch der Drang zum Reiben nach. Bei Juckreiz kann eine kalte Kompresse auf dem geschlossenen Augenlid Linderung verschaffen, statt das Auge zu reiben. Diese Regel gilt unabhängig davon, in welcher Behandlungsphase Sie sich befinden.
Wie wird Keratokonus erkannt und kontrolliert?
Ein beginnender Keratokonus kann bei einer Untersuchung zur Brillenbestimmung unbemerkt bleiben. Die wichtigste Messung für die Diagnose ist die Hornhauttopografie (Tomografie). Sie erstellt eine Karte der Krümmung der Vorder- und Rückfläche der Hornhaut sowie ihrer Dicke an jedem Punkt. Diese Karten zeigen die Lage und Steilheit der Vorwölbung sowie die dünnste Stelle der Hornhaut.
Zur Verlaufskontrolle wird dieselbe Messung in bestimmten Abständen wiederholt. Durch den Vergleich der Karten wird geprüft, ob die Hornhaut steiler oder dünner geworden ist. Wird ein Fortschreiten festgestellt, kommt eine Hornhautvernetzung infrage. Die Kontrollabstände richten sich nach dem Alter und der Geschwindigkeit des Krankheitsverlaufs.
Das ist auch einer der Gründe, warum vor einer Augenlaseroperation eine Topografie durchgeführt wird. Bei einer Hornhaut mit Keratokonus oder einer entsprechenden Veranlagung werden Laserbehandlungen, die die Hornhaut dünner machen, in der Regel nicht durchgeführt, da sie das Fortschreiten der Erkrankung beschleunigen können.
Behandlungsstufen
Die Behandlung hat zwei Ziele: das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten und das Sehen zu verbessern. Welche Behandlungsstufe geeignet ist, hängt vom Stadium, der Hornhautdicke und davon ab, ob die Erkrankung fortschreitet. Bei vielen Betroffenen werden mehrere Methoden kombiniert. Doz. Dr. Elif Ceren Yeşilkaya erstellt bei der Untersuchung gemeinsam mit Ihnen einen Behandlungsplan, der sich nach den Topografiebefunden und Ihrem Alter richtet.
Brille und Kontaktlinsen
Im frühen Stadium kann eine Brille ausreichen. Mit zunehmender Unregelmäßigkeit der Hornhaut lässt sich mit einer Brille kein scharfes Sehen mehr erreichen, und Kontaktlinsen kommen zum Einsatz. Formstabile, gasdurchlässige Kontaktlinsen bilden vor der unregelmäßigen Hornhaut eine neue, gleichmäßige lichtbrechende Fläche. Den Zwischenraum zwischen Linse und Hornhaut füllt Tränenflüssigkeit. Sklerallinsen haben einen größeren Durchmesser, liegen auf dem weißen Teil des Auges (Sklera) auf, ohne die Hornhaut zu berühren, und halten darunter eine Flüssigkeitsschicht. Im fortgeschrittenen Stadium oder wenn Sie sich nicht an formstabile Kontaktlinsen gewöhnen können, können sie angenehmer sein.
Kontaktlinsen verbessern das Sehen, halten das Fortschreiten der Erkrankung jedoch nicht auf. Die Auswahl und das Probetragen der Linsen werden auf der Seite Kontaktlinsenanpassung erläutert.
Hornhautvernetzung (Crosslinking, CXL)
Diese Methode wird eingesetzt, um das Fortschreiten aufzuhalten. Die Hornhaut wird mit Riboflavin-Augentropfen (Vitamin B2) getränkt und anschließend kontrolliert mit ultraviolettem A-Licht bestrahlt. Licht und Riboflavin bilden gemeinsam neue Verbindungen zwischen den Kollagenfasern der Hornhaut. Die Hornhaut wird fester, und die zunehmende Vorwölbung wird aufgehalten oder verlangsamt.
Bei der Standardmethode wird die oberste Hornhautschicht (Epithel) entfernt. Deshalb treten nach dem Eingriff Schmerzen, ein Fremdkörpergefühl, Tränenfluss und verschwommenes Sehen auf. Bis die Oberfläche verheilt ist, bleibt eine schützende Kontaktlinse auf dem Auge. Ob das Fortschreiten zum Stillstand gekommen ist, wird durch Kontrolltopografien überprüft.
CXL macht die bestehende Vorwölbung nicht rückgängig. Auch nach dem Eingriff können eine Brille oder Kontaktlinsen erforderlich sein. Ist die Hornhaut sehr dünn, kann die Standardmethode möglicherweise nicht angewendet werden. Das zeigt die Messung der Hornhautdicke.
Hornhautringsegmente
Im mittleren Stadium können dünne, durchsichtige, halbmondförmige Kunststoffsegmente in die Hornhaut eingesetzt werden, wenn Kontaktlinsen kein ausreichendes Sehen ermöglichen oder nicht getragen werden können. Die Ringsegmente werden in einen Tunnel eingesetzt, der mit einem Laser oder mechanisch im Hornhautgewebe angelegt wird. Sie flachen den mittleren Bereich des Kegels ab und machen die Oberfläche dadurch regelmäßiger. Bei Bedarf können sie entfernt werden.
Ringsegmente halten das Fortschreiten nicht auf. Bei fortschreitender Erkrankung werden sie zusammen mit CXL eingeplant.
Phake Intraokularlinse (ICL)
Bleibt trotz stabilisierter Hornhaut eine starke Kurzsichtigkeit oder ein ausgeprägter Astigmatismus bestehen, kann eine dünne Linse erwogen werden, die zusätzlich zur unveränderten körpereigenen Linse ins Auge eingesetzt wird. Die Methode wird auf der Seite Phake Intraokularlinse (ICL) erläutert.
Fortgeschrittenes Stadium: Hornhauttransplantation
Eine Hornhauttransplantation kann erforderlich sein, wenn die Hornhaut sehr dünn geworden ist, sich in ihrer Mitte eine Narbe gebildet hat, die ihre Transparenz beeinträchtigt, oder mit keiner Kontaktlinse ein ausreichendes Sehen erreicht werden kann. Bei Keratokonus ist die innere Hornhautschicht (Endothel) meist gesund. Deshalb wird häufig die DALK-Methode bevorzugt, bei der nur die vorderen Schichten ersetzt werden. Falls erforderlich, wird die Hornhaut in ihrer gesamten Dicke transplantiert.
Welche Situationen sind bei Keratokonus ein Notfall?
Bei fortgeschrittenem Keratokonus kann die innere Membran der Hornhaut einreißen. Die Hornhaut nimmt Flüssigkeit auf und trübt sich plötzlich weißlich ein. Das Sehvermögen nimmt abrupt ab, und Schmerzen, Tränenfluss sowie Lichtempfindlichkeit treten auf. Dieses Krankheitsbild wird als akuter Hydrops bezeichnet und muss umgehend untersucht werden. Wenn Schmerzen nach CXL zunehmen, statt nachzulassen, Ausfluss auftritt oder sich das Sehen verschlechtert, kann dies auf eine Infektion hinweisen. Warten Sie in diesen Fällen nicht bis zum nächsten Kontrolltermin, sondern suchen Sie unverzüglich ärztliche Hilfe auf.
Die Verlaufskontrollen und Behandlungen bei Keratokonus finden im Krankenhaus Medicana Zincirlikuyu (Şişli, İstanbul) statt. Bei der ersten Untersuchung werden eine Hornhauttopografie und eine Messung der Hornhautdicke durchgeführt. Wenn Sie Kontaktlinsen tragen, können diese die Form der Hornhaut vorübergehend verändern und die Messung beeinflussen. Fragen Sie deshalb bei der Terminvereinbarung, wie viele Tage vor der Untersuchung Sie Ihre Kontaktlinsen herausnehmen müssen.
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Häufige Fragen
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Kann Keratokonus zu einem Sehverlust führen?
Keratokonus betrifft weder die Netzhaut noch den Sehnerv. Der Sehverlust entsteht durch die Verformung der Hornhaut und im fortgeschrittenen Stadium durch Hornhautnarben. Je nach Stadium wird versucht, das Sehen mit einer Brille, formstabilen Kontaktlinsen oder Sklerallinsen, Hornhautringsegmenten oder einer Hornhauttransplantation zu verbessern.
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Bis zu welchem Alter schreitet Keratokonus fort?
Die Erkrankung beginnt meist in der Pubertät und schreitet im jungen Lebensalter fort; in den 30er- und 40er-Lebensjahren verlangsamt sich das Fortschreiten in der Regel. Der Verlauf ist individuell unterschiedlich. Ob die Erkrankung fortschreitet, lässt sich durch den Vergleich von Hornhauttopografien feststellen, die in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.
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Verbessert die Hornhautvernetzung (CXL) mein Sehen?
Ziel von CXL ist es, die Hornhaut zu stärken und das Fortschreiten aufzuhalten. Bei manchen Augen flacht die Hornhaut etwas ab und das Sehen verbessert sich leicht. Die bestehende Verformung wird jedoch nicht beseitigt. Auch nach dem Eingriff können eine Brille oder Kontaktlinsen erforderlich sein.
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Wann kann ich nach CXL wieder zur Schule oder zur Arbeit gehen?
Das ist individuell unterschiedlich und wird bei der Untersuchung und im Gespräch vor dem Eingriff ausführlich besprochen. Nach dem Eingriff können Schmerzen, ein Fremdkörpergefühl, Tränenfluss und verschwommenes Sehen auftreten. Bis die Hornhautoberfläche verheilt ist, bleibt eine schützende Kontaktlinse auf dem Auge. Bei der Kontrolluntersuchung wird festgelegt, wann Sie wieder zur Schule oder zur Arbeit gehen können.
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Ist eine Augenlaseroperation bei Keratokonus möglich?
Laserbehandlungen, die die Hornhaut dünner machen, werden bei Keratokonus in der Regel nicht durchgeführt, da sie das Fortschreiten der Erkrankung beschleunigen können. Bleibt nach der Stabilisierung der Hornhaut eine starke Fehlsichtigkeit bestehen, können Möglichkeiten wie eine phake Intraokularlinse (ICL) geprüft werden.
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Tritt Keratokonus familiär gehäuft auf?
Bei Menschen mit Keratokonus in der Familie ist das Risiko erhöht. Deshalb wird auch Geschwistern und Kindern einer Person mit Keratokonusdiagnose eine Hornhauttopografie empfohlen.
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Was ist der Unterschied zwischen formstabilen Kontaktlinsen und Sklerallinsen?
Formstabile, gasdurchlässige Kontaktlinsen liegen auf der Hornhaut auf und bilden vor ihrer unregelmäßigen Oberfläche eine gleichmäßige lichtbrechende Fläche. Sklerallinsen sind größer; sie liegen auf dem weißen Teil des Auges auf, ohne die Hornhaut zu berühren, und halten darunter eine Flüssigkeitsschicht. Im fortgeschrittenen Stadium oder wenn Sie sich nicht an formstabile Kontaktlinsen gewöhnen können, können Sklerallinsen angenehmer sein.
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Bleiben Hornhautringsegmente dauerhaft im Auge?
Die Ringsegmente können dauerhaft im Auge bleiben, bei Bedarf aber auch entfernt oder ausgetauscht werden. Da sie das Fortschreiten nicht aufhalten, werden sie bei fortschreitender Erkrankung zusammen mit CXL eingeplant.
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