Pterygium-Operation
Autorin: Doz. Dr. Elif Ceren Yeşilkaya, Fachärztin für Augenheilkunde, Hornhaut- und refraktive Chirurgie
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Bei der Pterygium-Operation wird Gewebe auf der Hornhaut entfernt und die Stelle mit eigener Bindehaut bedeckt, um das Rückfallrisiko zu senken.
Kurzantwort
Ein Pterygium ist eine gutartige, dreieckige Gewebewucherung, die von der Bindehaut über dem weißen Teil des Auges ausgeht und auf die Hornhaut wächst. Es steht im Zusammenhang mit der UV-Strahlung der Sonne und wird operativ entfernt, wenn es das Sehen beeinträchtigt oder anhaltende Reizungen verursacht.
Was ist ein Pterygium (Flügelfell)?
Ein Pterygium ist eine dreieckige, von Blutgefäßen durchzogene Gewebewucherung. Es geht von der dünnen Bindehaut aus, die den weißen Teil des Auges bedeckt, und wächst auf die durchsichtige Hornhaut. Umgangssprachlich wird es als „Flügelfell“ bezeichnet. Es entsteht meist auf der zur Nase gerichteten Seite des Auges und kann auch beide Augen betreffen. Es ist gutartig, kann aber das Sehen beeinträchtigen, wenn es weiter auf die Hornhaut wächst.
Der Hauptauslöser ist die ultraviolette (UV) Strahlung des Sonnenlichts. Wind, Staub und trockene Luft reizen das Auge anhaltend und können die Beschwerden verstärken. Deshalb tritt ein Pterygium bei Menschen, die im Freien arbeiten oder in sonnigen, windigen Regionen leben, häufiger auf.
Eine Pinguecula, auch Lidspaltenfleck genannt, entsteht an einer ähnlichen Stelle. Sie ist eine gelbliche Erhebung, die auf die Bindehaut begrenzt bleibt und nicht auf die Hornhaut wächst. Zur Unterscheidung genügt eine Untersuchung mit dem Spaltlampenmikroskop.
Wann wird ein Pterygium operiert?
Ein kleines Pterygium, das seit Jahren unverändert groß ist, muss nicht immer operiert werden. Es wird unter Anwendung befeuchtender Augentropfen und mit Schutz durch eine Sonnenbrille kontrolliert. Bei entzündlichen Schüben können vorübergehend entzündungshemmende Augentropfen verordnet werden. Die Tropfen lindern die Beschwerden, verkleinern aber das Gewebe nicht.
Eine Operation kommt in folgenden Situationen infrage:
- Wenn sich das Pterygium der Hornhautmitte und damit der Sehachse nähert
- Wenn es durch Zug an der Hornhaut einen Astigmatismus verursacht und das Sehen unscharf wird
- Wenn Rötung, Fremdkörpergefühl, Brennen und ein Sandkorngefühl im Auge trotz Augentropfen bestehen bleiben
- Wenn es innerhalb kurzer Zeit deutlich gewachsen ist
- Wenn ein bereits entferntes Pterygium erneut aufgetreten ist
- Wenn es das Tragen von Kontaktlinsen verhindert oder erschwert
- Wenn sein Aussehen Sie stört
Der Zeitpunkt der Operation beeinflusst das Ergebnis. Je weiter das Gewebe auf die Hornhaut wächst, desto ausgeprägter kann die nach der Entfernung verbleibende Hornhautnarbe sein. Bei einem Pterygium, das sich der Pupille nähert, wird deshalb nicht lange abgewartet.
Was wird bei der Untersuchung beurteilt?
Mit dem Spaltlampenmikroskop wird beurteilt, wie viele Millimeter das Pterygium auf die Hornhaut gewachsen ist, wie stark es von Blutgefäßen durchzogen ist und wie dick es ist. Die Hornhauttopografie ist eine Messung, die eine Karte der Hornhautoberfläche erstellt. Diese zeigt den durch das Pterygium verursachten Astigmatismus, also eine unterschiedlich starke Krümmung der Hornhaut in verschiedenen Richtungen. Tränenfilmtests zeigen, ob zusätzlich ein trockenes Auge vorliegt. Dieses kann sowohl die Beschwerden verstärken als auch die Heilung nach der Operation verlangsamen.
Wenn eine Kataraktoperation oder eine Laserbehandlung geplant ist, wird die Reihenfolge der Behandlungen gesondert besprochen. Ein auf die Hornhaut gewachsenes Pterygium kann die Messungen zur Berechnung der Linsenstärke und zur Planung einer Laserbehandlung verfälschen. In diesem Fall wird meist zuerst das Pterygium entfernt. Sobald sich die Hornhaut erholt hat, werden die Messungen wiederholt. Doz. Dr. Elif Ceren Yeşilkaya legt die Reihenfolge anhand der Untersuchungsbefunde fest.
Wie wird die Operation durchgeführt?
Während der Operation können Sie Berührungen oder Druck wahrnehmen. Zunächst wird das Pterygium von der Hornhaut und der Bindehaut abgelöst und entfernt. Die Hornhautoberfläche wird geglättet. Anschließend wird die freiliegende Fläche abgedeckt.
Wie verringert ein Bindehautautotransplantat das Risiko eines erneuten Auftretens?
Wird das Pterygium lediglich entfernt und die Stelle offen gelassen, wachsen erneut Blutgefäße in die freiliegende Fläche ein und die Gewebewucherung tritt häufig wieder auf. Bei einem Bindehautautotransplantat wird ein dünnes Stück gesunder Bindehaut aus dem Bereich unter dem Oberlid entnommen und an der Stelle eingesetzt, an der sich das Pterygium befand. „Auto“ bedeutet, dass körpereigenes Gewebe verwendet wird; deshalb kommt es nicht zu einer Gewebeabstoßung. Das Transplantat wird mit feinen Nähten oder Gewebekleber befestigt. Die Entnahmestelle verschließt sich von selbst und ist nicht sichtbar, da sie unter dem Lid liegt.
Bei einem bereits operierten und erneut aufgetretenen Pterygium kann eine umfangreichere Operationsplanung erforderlich sein. Dies wird bei der Untersuchung gesondert besprochen.
Vorbereitung auf den Operationstag
Teilen Sie bei der Untersuchung mit, ob Sie Blutverdünner oder andere Medikamente regelmäßig einnehmen. Ob ein Medikament vorübergehend abgesetzt werden soll, wird gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt festgelegt, die oder der es verordnet hat. Da Ihr Auge nach der Operation abgedeckt sein kann, fahren Sie nicht selbst Auto und bringen Sie eine Begleitperson mit.
Was Sie nach der Operation beachten sollten
- Beschwerden: Rötung, Fremdkörpergefühl, Tränenfluss und leichte Schmerzen sind zu erwarten. Wenn Nähte verwendet wurden, können Sie das Gefühl haben, etwas im Auge zu haben.
- Augentropfen: Verwenden Sie die antibiotischen und kortisonhaltigen Augentropfen nach dem verordneten Schema und für die ärztlich festgelegte Dauer. Da kortisonhaltige Augentropfen bei manchen Menschen den Augeninnendruck erhöhen können, wird dieser bei den Kontrollen gemessen.
- Kontrollen: Bei den Kontrollen wird überprüft, wie das Transplantat einheilt und die Rötung abklingt. Die Termine für die Nachkontrollen werden ärztlich festgelegt.
Reiben Sie während der Heilung nicht am Auge, waschen Sie vor der Anwendung der Augentropfen Ihre Hände und halten Sie die Kontrolltermine ein.
Sonnenschutz nach der Operation
Die Faktoren, die zur Entstehung des Pterygiums geführt haben, bestehen auch nach der Operation weiter. UV-Strahlung gehört zu den Einflüssen, die das Risiko eines erneuten Auftretens erhöhen. Tragen Sie im Freien eine Sonnenbrille mit UV-Filter. Eng am Gesicht anliegende Fassungen mit seitlichem Schutz halten auch Wind und Staub ab. Ein Hut mit breiter Krempe bietet zusätzlichen Schutz. Da UV-Strahlung auch durch Wolken dringt, sollten Sie die Sonnenbrille auch bei bewölktem Himmel tragen.
Ein erneutes Wachstum zeigt sich meist in den ersten Monaten durch eine erneute Rötung an derselben Stelle und Blutgefäße, die sich in Richtung Hornhaut ausbreiten. Wenn Sie dies bemerken, kommen Sie zur Untersuchung, ohne den nächsten Kontrolltermin abzuwarten.
Risiken und Notfälle
Zu den häufigen Problemen gehört das erneute Auftreten des Pterygiums. Außerdem können Schwellung, Verrutschen oder Schrumpfung des Transplantats, eine Hornhautnarbe, eine anhaltende Rötung im Operationsbereich und selten eine Infektion auftreten.
Suchen Sie unverzüglich ärztliche Hilfe auf, wenn Ihre Schmerzen nach der Operation zunehmend stärker werden, Ihr Sehvermögen plötzlich nachlässt, sich die Rötung ausbreitet oder dickflüssiges Sekret aus dem Auge austritt.
Die Untersuchung erfolgt in der Ambulanz von Medicana Zincirlikuyu (Şişli, İstanbul). Mit dem Spaltlampenmikroskop und der Hornhauttopografie wird festgestellt, wie weit das Pterygium auf die Hornhaut gewachsen ist und ob es einen Astigmatismus verursacht. Die Entscheidung über eine Operation und deren Zeitpunkt richtet sich nach diesen Befunden.
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Häufige Fragen
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Kann ein Pterygium durch Augentropfen verschwinden?
Augentropfen lindern Rötung und Fremdkörpergefühl, verkleinern aber das Gewebe nicht. Ein kleines Pterygium, das nicht wächst, kann ohne Operation beobachtet werden. Bei den Kontrollen wird seine Größe gemessen, um ein mögliches Wachstum zu erkennen.
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Ist ein Pterygium Krebs?
Ein Pterygium ist eine gutartige Gewebewucherung und breitet sich nicht auf andere Körperregionen aus. Wenn eine Veränderung ungewöhnlich aussieht oder sich rasch verändert, wird das entfernte Gewebe zur pathologischen Untersuchung eingesandt.
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Kann ein Pterygium nach der Operation erneut auftreten?
Ja. Wenn das Gewebe lediglich entfernt und die Stelle offen gelassen wird, tritt es häufig erneut auf. Wird die freiliegende Fläche mit einem Transplantat aus eigener Bindehaut bedeckt, verringert sich dieses Risiko deutlich. Da ein erneutes Wachstum meist in den ersten Monaten beginnt, finden in dieser Zeit häufige Kontrollen statt.
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Wann kann ich nach der Operation wieder arbeiten?
Das hängt von Ihrer individuellen Situation und Ihrer beruflichen Tätigkeit ab und wird bei der Untersuchung sowie im Vorgespräch ausführlich besprochen. Wenn Sie bei Staub, Wind oder Sonne im Freien arbeiten, wird bei der Kontrolle anhand des Zustands Ihres Auges entschieden, wann Sie die Arbeit wieder aufnehmen können.
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Kann ich nach der Operation Kontaktlinsen tragen?
Solange das Transplantat nicht eingeheilt und die Behandlung mit Augentropfen nicht abgeschlossen ist, dürfen Sie keine Kontaktlinsen tragen. Falls das Pterygium zuvor das Tragen von Kontaktlinsen erschwert hat, wird nach der Heilung erneut geprüft, wie die Kontaktlinsen sitzen.
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Bei mir ist eine Kataraktoperation geplant. Sollte zuerst das Pterygium entfernt werden?
Ein Pterygium, das auf die Hornhaut gewachsen ist, verändert deren Krümmung und kann die Messungen zur Berechnung der Stärke der Intraokularlinse beeinflussen. In diesem Fall wird meist zuerst das Pterygium entfernt. Sobald sich die Hornhaut erholt hat, werden die Messungen wiederholt. Die Reihenfolge wird bei der Untersuchung festgelegt.
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